In AktionKommentarePressestimmenSchreibwerkstätten
In Aktion
Ich komme gern zu Veranstaltungen. Sie bestehen vor allem aus einer kurzweiligen Lesung: mit vielen Büchern, kräftiger Stimme und vollem Einsatz mit Herz und Verstand.
Oft kommt es zu unmittelbaren und persönlichen Begegnungen. Ein ausführliches Gespräch mit Kindern, Eltern, Lehrern und allen, die sonst noch anwesend sein mögen, gehört dazu. Falls erwünscht. Und in fast jedem Fall Spaß für sämtliche Beteiligten.

Das Vorlesen und Vortragen von Texten ist genau besehen nicht weniger als eine eigene Kunstform.
Man kann auf völlig unerschiedliche Arten hochwertig vorlesen: Es funktioniert leise & laut, stehend & sitzend, langsam & schnell, zurückgenommen & forsch, traurig & lustig, gestenreich & unbewegt und auf vielerlei Weise mehr. Ich habe mehrere Jahre regelmäßige Lesungspraxis gebraucht, bis ich mit dem Charakter meines persönlichen Vortragstils ungefähr im Einklang war.

Welchen Stil ein Vorleser aber auch wählt; eines sollte stets gewahrt bleiben: die Authenzität. Der Vorleser muss echt bleiben und das Vorlesen sollte immer in glaubwürdigem, nachvollziehbaren Zusammenhang mit seiner Person stehen. Wir kommen als Menschen, die mit ihren Stärken und Schwächen präsent sind. Wir können gut aussehen sein oder auch nicht, mit glatter Haut oder Pickeln versehen sein, einen dicken Bauch oder eine dicke Brille tragen. Das alles ist in Ordnung, wie es ist.
Nur künstliches Persönlichkeitsdesign, wie es täglich unzählig oft auf sämtlichen Mattschheiben vorgeführt wird, kann es nicht sein.

Der Vorleser darf und sollte zudem auf die Kraft seiner Geschichte, die Wirkung seiner Worte vertrauen.
Je weniger er das tut, desto mehr wird er möglicherweise versucht sein, auf allerlei technische Hilfsmittel und Requisiten zurückzugreifen. Es ist nichts gegen ein paar kleine Mitbringsel einzuwenden, diese können der Höreraufmerksamkeit durchaus zusätzlich förderlich sein.
Großen Aufwand aber können andere Medien besser betreiben.

Unsere Stärke liegt in der Reduktion der Mittel.

Je greller, angeberischer und pompöser jede noch so hohle Fernsehsendung daher kommt, desto mehr gilt:
Wir brauchen nicht für ein Vermögen eine pyrotechnische Firma zu engagieren, um in einer Geschichte ein Feuerwerk in den Himmel steigen zu lassen.